Physiotherapie bei Gangpferden

Da ich selber » Islandpferdebesitzer und -reiter bin, bedauere ich die oft sehr ablehnende Haltung vieler Physiotherapeuten und Osteopathen gegenüber dem Gangpferde reiten. Der Tölt wird meist mit Sprüchen wie "Da setzen die sich auf die Kruppe und reißen den Kopf hoch" abgetan. Es gibt sicher auch in dieser Reitsparte negative Beispiele, aber ein korrekt gerittener Tölt mit der richtigen Ausbildungsbasis schadet dem Pferd nicht!

Die Therapie des Gangpferdes benötigt eine Spezialisierung des Therapeuten. Der Befund, vorallem die Bewegungsanalyse und die Betrachtung unter dem Reiter müssen auf ein mehrgängiges Pferd abgestimmt sein. Eventuelle Taktverschiebungen bedeuten bei einem Mehrgänger nicht zwangsläufig ein Problem im Bewegungsapperat. Dies muss vom Therapeuten unterschieden werden können.

Manche Gelenkbefunde können sich dafür beim Tölter stärker auswirken, ein gutes Beispiel hierfür ist die gegenläufige Rotationblockade in der hinteren Brustwirbelsäule. Diese kann im Trab und Galopp gut kompensiert werden, schiebt aber einen Tölter zum Pass, da er im Pass die Wirbelsäule im Ganzen rotieren kann.

Auch das anschließende REHA-Programm muss der speziellen Reitweise eines Gangpferdes angepasst werden, die Schulung des Pferdes in einer eventuell günstigeren Haltung zusammen mit dem Reiter erarbeitet werden.